Förderpreis Arbeit - Sicherheit - Gesundheit Ideen im Blick

Kontakt:

Holcim (Deutschland) AG, Werk Lägerdorf

Sandweg 10
25566 Lägerdorf

Zurück

Neue Schutzkleidung für Heißmehlarbeiten in der Zement-Industrie

Im Wärmetauscher eines Zementwerkes wird das Gesteins-Rohmehl stufenweise auf über 800° Celsius erhitzt, bevor es dem eigentlichen Brennprozess im Drehrohrofen zugeführt wird. Insbesondere bei Produktionsstörungen kommt es bei Arbeiten am offenen Ofensystem immer wieder zu schweren Verbrennungsunfällen. Deshalb dürfen diese gefährlichen Arbeiten von den Mitarbeitern nur unter Verwendung spezieller persönlicher Schutzausrüstung durchgeführt werden. Die von der Zuliefer-Industrie angebotene Schutzkleidung stieß bei den Mitarbeitern nicht immer auf die gewünschte Akzeptanz. So wurde die zum Teil sehr steife, schwere und nicht ergonomische Ausführung kritisiert. Darüber hinaus war bei einigen Materialien die geforderte Schutzeigenschaft nicht gewährleistet.

Im Unternehmen Holcim (Deutschland) AG wurde von Siegbert Neufeld und Norbert Voß die Situation analysiert. Da die bestehenden Normen für Hitzeschutzkleidung die besonderen Eigenschaften des heißen Gesteinsmehls nicht ausreichend berücksichtigen, wurde zunächst in einer Reihe von Praxisversuchen die Widerstandsfähigkeit von unterschiedlichen hitzebeständigen Stoffen gegenüber Heißmehl getestet. Anschließend legte man gemeinsam mit betroffenen Mitarbeitern die Ausstattungsdetails der Kleidung für diesen speziellen Einsatz fest. Danach wurde gemeinsam mit dem Bekleidungshersteller die neue Schutzkleidung für Arbeiten im Heißmehlbereich erfolgreich getestet und im Unternehmen weltweit eingeführt.

Die Jury hat Siegbert Neufeld und Norbert Voß im Unternehmen Holcim (Deutschland) AG den Förderpreis Arbeit – Sicherheit – Gesundheit in der Kategorie „Sicherheitstechnik“ zuerkannt, weil hier ein Arbeitsschutzdefizit systematisch analysiert und einer Lösung zugeführt wurde. Die dabei entstandene neue Schutzkleidung für Arbeiten im Heißmehlbereich in der Zement-Industrie stößt bei den Mitarbeitern – nicht zuletzt auch durch deren konsequente Beteiligung – auf große Akzeptanz. Die Jury betont, dass durch den Einsatz dieser Kleidung ein Unfallschwerpunkt in der Zement-Industrie entschärft wird.

2007



Themenverwandte Beiträge: