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ExxonMobil Production

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Neu im Betrieb: Systematische Risikominimierung beim Fremdfirmeneinsatz

Seit vielen Jahren werden in der deutschen Erdöl- und Erdgasindustrie bei der Durchführung von Großreparaturen und für die Erledigung von speziellen Dienstleistungen Mitarbeiter von Fremdfirmen eingesetzt. Dabei wurde deutlich, dass das Risiko, einen Arbeitsunfall zu erleiden, für diese Mitarbeiter immer dann besonders stark ausgeprägt ist, wenn sie weniger als ein halbes Jahr in ihren Unternehmen tätig sind und noch nicht über ausreichende Erfahrungen in der Erdöl- und Erdgasindustrie verfügen.

Im Unternehmen ExxonMobil Production Deutschland GmbH wurde dazu eine Initiative ergriffen, um Führungskräfte und Mitarbeiter sowohl von Fremdfirmen als auch im eigenen Unternehmen für dieses Thema zu sensibilisieren. Dazu wurden verschiedene Maßnahmen durchgeführt: So sind „neue“ Mitarbeiter durch erfahrene Kollegen bei Ausführung der Arbeiten zu begleiten. Auch muss das auftragnehmende Unternehmen den Auftraggeber rechtzeitig vor Arbeitsantritt über Anzahl, Qualifikation, durchgeführte Unterweisungen und tätigkeitsspezifische Trainings dieser Mitarbeiter schriftlich informieren. Der Status „neuer Mitarbeiter“ währt ein halbes Jahr und wird durch einen Vermerk in einem Sicherheitspass, den jeder Beschäftigte der Erdöl- und Erdgasindustrie bei sich hat, sowie durch einen Helmaufkleber kenntlich gemacht. Zeitgleich wurden in den Betrieben von ExxonMobil Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter und Führungskräfte durchgeführt, in denen die sicherheitstechnischen Probleme beim Einsatz von unerfahrenen Mitarbeitern thematisiert und die vom Unternehmen eingeleiteten Maßnahmen vorgestellt wurden.

Die Jury hat Thilo Behla, Jörg Beyer, Claudia Seifert und Stefan von Bose im Unternehmen ExxonMobil Production Deutschland GmbH den Förderpreis in der Kategorie „Organisation – Motivation“ zuerkannt, weil hier ein in vielen Unternehmen bestehendes Arbeitsschutzdefizit bezüglich des Einsatzes von Fremdfirmen systematisch analysiert und einer Lösung zugeführt wurde. Statistiken belegen, dass gerade Mitarbeiter von Fremdfirmen, die noch kein halbes Jahr in ihrem Unternehmen beschäftigt sind, einem besonders hohen Unfallrisiko ausgesetzt sind. Die hier entwickelte und umgesetzte Initiative wirkt in doppelter Hinsicht: Sie nimmt die Führungskräfte von Fremdfirmen in die Pflicht, sich mit diesem Thema intensiv zu beschäftigten, und sensibilisiert die eigenen Beschäftigten, ein besonderes Augenmerk auf „neue“ Kollegen von Auftragnehmern zu richten.

Die Jury betont: Eine in jeder Beziehung nachahmenswerte Initiative!

2009



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